[!info] Podcast-Faible · Folge #22

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

Erster Kontakt über iPod und Podcasts wie ‘Schlaflos in München’ (Annik Rubens) und ‘Bits und so’ (Tim Hetzel) – beim Laufen lieber Stimme als Musik. Den Anstoß zum eigenen Podcast gab die Faszination für das Medium selbst (Audio → Datei → Feed → Abo). Lernte über Twitter Holger kennen, mit dem er bis heute ‘Dirty Minutes Left’ macht (>14 Jahre).

„Ich habe mir damit halt eine Freundschaft geschaffen und auch erhalten über inzwischen jetzt 14 Jahre."

Themen: iPod-Generation

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

Unterscheidet zeitaktuelle vs. zeitunabhängige Podcasts und hört bewusst sehr wenig. Regelmäßig nur 15-Minuten-Tagesschau-Podcast (Werktags morgens, kompakt). Unregelmäßig Dripelklick (Videospiel-Journalismus mit Jason Schreier – Autor mehrerer Bücher über Blizzard). Brettspielnische: Einzelspiel-Podcast (Solospielen), Fear the Final Girl. Bei eigenen Produktionen achtet er bewusst auf Zeitlosigkeit – will dass Werke auch in 50 Jahren noch brauchbar sind.

„Bei manchen Podcasts achte ich ganz bewusst darauf, keine Zeit-Hinweise zu geben, weil ich will, dass das Werk einfach auch in 50 Jahren immer noch brauchbar ist."

Themen: Zeitaufwand

→ Eigener Podcast-Konsum

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Drei Highlights aus über 1000 Folgen: 1) ‘Gestern, heute, übermorgen’ im Auto auf dem Weg zur Star-Trek-Picard-Premiere in Berlin aufgenommen – er konnte Patrick Stewart eine Frage stellen (Antwort: ein Wort, reicht). 2) Bei Dirty Minutes Left hatten sie Joscha Sauer (Nicht lustig) und Heiko Hörnig als Gäste – als Superfan beeindruckend. 3) ‘Emo mit KI’ (Elektromobilität mit krassen Influencern) in ‘Arnes Geheimschrank’ mit Bastian Schlingel-Wölfle und Malik Aziz – soll Leuten mit Elektroauto-Fragen alle Sorgen nehmen.

„Ich hoffe, mit dieser Folge quasi ein Werk geschaffen zu haben, was zumindest für eine Weile lang allen Leuten, die denken, ich weiß nicht, Elektroauto, kann man sich da nicht irgendwie darüber informieren, würde ich einfach diese Folge hinschmeißen."

Themen: Gespräche & Begegnungen

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Sehr unterschiedlich – manche Folgen Jahre Konzeption. Hört aufgenommene Folgen während der Aufnahme zu – ‘das ist keine Arbeit, das ist Wohlfühlzeit’. Schnitt aus Routine: setzt während der Aufnahme Marker für Stellen, die er später anhören muss. Bei Markern weiß er oft schon, was zu tun ist (Pause raus). Ganzer Schnitt 5-20 Minuten ‘auf Sicht’ aus den Audio-Spuren. Aufwändig nur bei Technik-Problemen (z.B. WLAN-Delays). Vorbereitung: Video schauen + Recherche. Bei 4 Personen (vier unter Deck) ist Terminfindung manchmal Monatsfrage.

„Es ist für mich auf jeden Fall keine Arbeit, Podcasts aufzunehmen. […] Das ist in Wirklichkeit keine Arbeit."

Themen: Zeitaufwand

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Rode NT-USB Großmembran (USB-Mikrofon – mag USB sehr, weil weniger Störgeräusche als analoges Audio). Am Mac problemlos mit beliebig vielen Mikros (hat 15 schon gleichzeitig getestet). Auch Instamikes (3 Stück, intern aufnehmen, zeitsynchron – konnte damit eine Folge laufend durchs Wohnzimmer aufnehmen). Neu: Fulime X2C funkgebundene Lavaliers mit Rauschunterdrückung. Kopfhörer Sony WH-1000XM3 (geschenkt). Mikrofon-Nerd: 4-10 Mikros immer dabei.

„USB-Mikrofone finde ich total großartig."

Themen: Mikrofon-Setup

→ Technik

Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Nervig: Terminfindung, Technikprobleme (Delay-Versätze), Webseitenkram (WordPress aktuell halten), Werbung machen. Funktioniert ohnehin nicht – nur Mundpropaganda wirklich. Liebt am Podcasten: es ist Therapie und Wohlfühlzeit mit Freunden, Gespräche über gemeinsame Themen.

„Es ist für mich Therapie. […] Das ist halt absolute Wohlfühlzeit, die Aufnahmen von Podcasts zu machen."

Themen: Zeitaufwand

→ Liebstes und Nervigstes

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Mehrere Tipps: Webseiten werden überbewertet, aber eine sollte es geben. Macht was euch Spaß macht, mit intrinsischer Motivation – nicht für Geld oder Berühmtheit (er gibt nach 14 Jahren pro Monat genauso viel aus wie er einnimmt). Findet eine gute Podcast-Life-Balance – beim Einzelspiel-Podcast hatten zwei Hörer Burnout, weil sie sich übernommen haben. Vor allem: ‘Das Leben geht vor.’

„Das Leben geht vor."

→ Wichtigste Lektion


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[!info] Podcast-Faible · Folge #21

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

Hört weniger als früher (Hörbücher haben Anteile übernommen). Klassiker wie Bits und so. Im eigenen Netzwerk: Regen, Sturm, Schnee (Wetter/Klima). Alt und Verbittert – ein medizinischer Effekt: Migräne-Hilfe! Weiter: WRINT-Geschichtsunterricht, Blathering, Sunday Morning (seit Folge 1). Themen interessieren sie weniger – es geht ihr um Menschen, die mit Begeisterung erzählen.

„Ich habe sehr viel Spaß daran, wenn Menschen mit Begeisterung über irgendwas reden, völlig egal was."

Themen: Fandom als Einstieg · Spaß & Motivation

→ Eigener Podcast-Konsum

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Drei besondere Aufnahmen: 1) Ein Adventskranz (vierteilige Folge am Stück aufgenommen) im ‘König Bube Dame Gast’ über Stephen King – sie war wegen chronischer Erkrankung randvoll mit Schmerzmitteln und Apfelwein, ihre Gästin Missy Rockstar hielt durch. 2) Eine ES-Folge, in der sie so lange geschimpft hat, bis es gewittert hat. 3) Mitten in einer Aufnahme fiel eine Maus in eine Lebendfalle ins Blechwaschbecken eines Mitpodcasters – sie dachten, das Haus stürzt ein. (Maus wurde übrigens lebend in den Wald entlassen.)

„Da habe ich so lange geschimpft, bis es gewittert hat. Habe ich ein Gewitter herbeigeschimpft."

Themen: Fandom als Einstieg

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Spaßformate wie ‘Monatslese’ werden nicht groß vorbereitet. ‘König Bube Dame Gast’ (Stephen King chronologisch) ist arbeitsintensiv: Sendungsnotizen, Detail-Analyse, Querverbindungen ins King-Universum. Schnitt: ~2 Stunden, Folge selbst ~2 Stunden lang = 5 Stunden reine Arbeitszeit + die Lesezeit (Bücher).

„Im Schnitt zwei Stunden, plus im Durchschnitt sind die Folgen ungefähr zwei Stunden lang, das heißt, ungefähr insgesamt fünf Stunden würde ich rechnen, die wir außer der Lesezeit reine Arbeitszeit haben."

Themen: Zeitaufwand

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Jahrelang Go-Mike, jetzt ein billiges Mikro vom Mann. Nimmt im TeamSpeak auf (Push-to-Talk-Lampen für Moderation), für größere Gruppen Studio Link. Schneidet mit Audacity ‘auf Sicht’ nach Audiokurve – kann keine Multitrack-Aufnahmen schneiden. Auphonic zur Nachbereitung. Hosting via WordPress + Plugin ‘Seriously Simple Podcasting’ (beliebige Feeds anlegen). Setup läuft seit 2016.

„Ich schneide auf Sicht und nicht nach Gehör. Und das ist der Grund, weshalb bei mir das Multitrack nicht funktioniert."

→ Technik

Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Liebt die Breite der Menschen, die das Medium erreicht – verschiedene Lebensrealitäten, Berufe, Altersgruppen, Behinderungen, sexuelle Orientierungen. Das Internet ist ihre ‘Kneipe’ (kommt aus Gründen wenig raus). Trifft Menschen, die sie sonst nie kennenlernen würde (60-Jährige als Au-pair nach Ägypten). Nervig sind nur 2000-Seiten-Belanglosigkeit-Bücher, an denen sie sich durchquälen muss. Mit Lebendmaus-Vandalismus und einer Folge aus der Badewanne (gemutet aufgenommen) hat sie alles erlebt – aber Wichtiges ist nie verloren gegangen.

„Internet-TM ist halt meine Kneipe, kann man sagen. […] Die Leute wollen ja reden."

Themen: Gespräche & Begegnungen

→ Liebstes und Nervigstes

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Drei Lektionen: 1) Macht das, worauf ihr Bock habt – nicht was ihr für erfolgreich haltet. 2) Hörerzahlen sind ‘Voodoo’ – ignoriert sie. 3) Macht Dinge, die ihr ohnehin getan hättet – dann hält man die Durststrecken durch. Wer mit Begeisterung dabei ist, findet sein Publikum. Wer ein ‘Podcast-Imperium’ bauen will, scheitert meistens.

„Macht lieber das, wofür ihr brennt, wofür ihr Liebe habt, und dann klappt das von selber."

Themen: Hörer-Feedback · Spaß & Motivation

→ Wichtigste Lektion


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[!info] Podcast-Faible · Folge #19

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

War selbst keine große Podcast-Hörerin – Katharina (Co-Host) brachte sie dazu. Anlass war, dass der Verlag aus ihrem Debüt-Buch ‘Die Klügere gibt ab’ (über mütterliche Erschöpfung) kein Hörbuch machte. Sie wollten erschöpfte Mütter erreichen, die kein Buch lesen können, aber unterwegs hören können. Aus der buchbegleitenden Reihe wurde ein eigenständiger Podcast.

„Wenn die kein Hörbuch draus machen, dann machen wir ein Podcast draus."

Themen: Duo-Format

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

Voll drin im Game – hört aus den gleichen Gründen wie sie produziert: nebenher beim Auto fahren, Kochen, Backen, Aufräumen. Nutzt Podcasts auch zur Recherche bei multitasking. Auch Gemischtes Hack zur leichten Unterhaltung. True Crime hat sie gepackt (Zeit Verbrechen) – passt zu ihrer ursprünglichen Studienrichtung (forensische Psychologie war ihr Plan), die Faszination für psychologische Hintergründe von Verbrechen blieb.

„Ich nutze Podcasts auch ein bisschen in die Recherche-Richtung, dass ich nebenher irgendwie einen Wissens-Podcast zu einem bestimmten Thema […] höre."

Themen: Recherche & Vorbereitung · True Crime

→ Eigener Podcast-Konsum

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Gästinnen-Akquise ist leichter geworden (immer mehr kommen auf sie zu). Bücher vorlesen: 300-400-Seiten-Ratgeber zu lesen ist nicht in einem Nachmittag drin. Terminfindung über Calendly (gemeinsam geblockter Freitagvormittag) – früher Horror mit E-Mail-Ketten. Aufnahme inkl. Vorgespräch ~1-1,5 Std. Schnitt macht ihr Mann (~1 Std). Social Media macht Katharina mit KI-Hilfe. Insgesamt 4-5 Stunden Bearbeitungszeit pro Folge (ohne Bücher-Lesezeit). KI als Zeitsparer für berufstätige Mütter.

„Wir sind beide Mütter und berufstätig. Und der Podcast ist tatsächlich eigentlich ein Hobby. Also nutzen wir da auch die KI, wo sie uns hilft und Zeit erspart."

Themen: Schnitt-Erlebnis · Zeitaufwand

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Beide Blue Yeti zu Beginn gekauft. Sie mit Airpods, Katharina mit Headset. Aufnahme über Riverside (vorher Zencaster), mit Video für YouTube/Reels und Captions. Schnittprogramm-Name weiß sie nicht – das macht ihr Mann. Organisiert via Trello (Kanban-Board), gemeinsames E-Mail-Fach, Website. Sie sehen sich nur ~1× pro Jahr persönlich (Bayern/Tirol).

„Damit immer jeder auch von egal wo auf dem Handy oder auf dem PC den Überblick behalten kann."

Themen: Aufnahme-Tools (Studio Link/Riverside) · Blue yeti

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Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Liebt die Gespräche – sie geht jedes Mal ‘on fire’ raus. Eigentlich introvertiert, beim Podcasten keine Hemmungen. Hat sie verändert – sie sucht jetzt auch außerhalb Kontakt zu Gleichgesinnten. Nervig: Nachbearbeitung, Hochladen, Multi-Plattform-Klickerei. Social Media kann sie nicht gut. Lösung: Ihr Mann übernimmt Schnitt, Katharina Social Media – aufgeteilt nach Vorlieben.

„Ich gehe jedes Mal komplett on fire aus den Gesprächen raus."

→ Liebstes und Nervigstes

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

  1. Nicht alleine machen – sie bewundert Anne dafür. Mit Katharina haben sie Backup bei Krankheit, Kind etc., teilen Arbeit auf. 2) Thema wählen, für das man Leidenschaft hat (mehr Arbeit als gedacht). 3) Gäste gut vorbereiten, besonders bei schweren Themen – sicherer Raum, vorab Fragen besprechen, sagen ‘das hier passiert nicht live, wir können hinterher schneiden’. Zeit nach der Aufnahme einplanen für Nachbesprechung – nicht sofort canceln.

„Ich würde es niemals alleine machen."

Themen: Duo-Format · Gespräche & Begegnungen · Spaß & Motivation

→ Wichtigste Lektion


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[!info] Podcast-Faible · Folge #24

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

Begeistert von amerikanischen Underground-/Nischen-Film-Podcasts (Gentleman’s Guide to Midnight Cinema, Projection Booth), aber 2011 gab es in Deutschland praktisch keine vergleichbaren Filmpodcasts. Mehrere Jahre suchte er Mitstreiter, bis er bei einem gemeinsamen Arbeitgeber Daniel traf – seinen Co-Host bis heute. Damals musste man Gegenübern noch erklären, was ein Podcast überhaupt ist.

„Ich musste auch all denjenigen, die ich ansprach, erstmal erklären, was ein Podcast überhaupt ist und dann sagten die, ach so, ist hier Online-Radio, jaja."

Themen: Duo-Format · Zeitaufwand

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

Exzessiver Hörer – jede freie Minute, auch statt Fernsehen. Hört kaum Filmpodcasts (eigene Baustelle, will andere Meinungen nicht ungewollt recyclen). Stark: News-Podcasts (The Daily NYT seit Jahren), investigative Reportagen, Storytelling-Formate aus US/UK (Pineapple Studios, Serial). Mag Serien-Recaps (The Ringer, David Chen). Skeptisch gegenüber True-Crime-Events mit 10.000 Zuschauern – Fremdscham und ethische Bedenken. Lehnt zu kleinteilig-akribische Filmverrisse ab (‘aktiv lustfeindlich’).

„Diese Momente, in denen ich mich da selber dabei ertappe, dass ich eigentlich die Meinung anderer Menschen recycle. Das macht mich unkreativ und faul."

Themen: True Crime

→ Eigener Podcast-Konsum

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Früher waren ihm die katastrophalen Aufnahmen (Mikro fiel aus, er sprach seinen Part nachträglich anhand der Tonspur des Gegenübers ein – mehrmals) wichtig. Mit 800-850 Folgen und 13 Jahren Erfahrung ist das alles ’nicht mehr so schlimm’. Die wirklich einprägsame Folge: 2018 mit Jan Peschel bei der Cinecouch über Kim Franks Regiedebüt ‘Wach’. Wegen ihrer kritischen Besprechung schrieb Kim Frank Jan auf Facebook ‘zurecht’ – ihre Filmbesprechung sei missverstanden. Hat ihn sensibilisiert: bei jungen Filmschaffenden bleibt er bewusster respektvoll, auch wenn er kritisch bleibt.

„Es hat mich sensibilisiert dafür, für die Tatsache, dass vielleicht bei zeitgenössischen Filmen […] einem vielleicht doch mal ab und zu jemand zuhört."

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Hängt vom Gesprächsverlauf ab. Game-of-Thrones-Staffel-Folge: ganze Staffel gucken + Recherche + Aufnahme + Schnitt = 20-25 Stunden. Normalfolge Bahnhofskino: 1-2 Filme gucken, 2-4 Std Aufzeichnung, 2 Std Schnitt, Show Notes/Patreon/Werbung – 8-12 Stunden gesamt. Bekommt das mit Vollzeit-Job und Familie hin: Klare Grenzen (keine Aufnahmen am Wochenende oder spät nachts), nur Feierabende. In der freiberuflichen 2019/2020-Phase war das wilder. Hört trotz aller Routine jedes Gespräch in Gänze nochmal an.

„Mittlerweile ziehe ich da ganz ziemlich klare Grenzen und sage, das ist was für meine private Zeit ohne Familie."

Themen: Zeitaufwand

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Rode NT1 Kondensatormikrofon, beim Arbeitgeber Shure SM7B. Audient ID4 als Audio-Interface (rauscharm, zuverlässig). Mobil: Zoom H5/H6 (10 Jahre alt, läuft noch). Reaper + Ultraschall-Plugin, Auphonic wegen sehr guter Spracherkennung – erspart Transkripte/Show-Notes-Arbeit. Plädiert dagegen, in High-End-Technik-Fetischismus zu verfallen: Vor 10-15 Jahren gekaufte Sachen funktionieren heute noch.

„So ein High-End-Technik-Fetischismus für gutes Podcasting oder technisch sauberes Podcasting, der ist ja komplett überflüssig."

Themen: Mikrofon-Setup

→ Technik

Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Beim James-Bond-Jahr 2015 verlor er die Hälfte der Hörerschaft – stört ihn nicht. ‘Wir machen das für umsonst.’ Negativ: Hass-Kommentare und ‘unprofessionelles Scheißgelaber von neunmal klugen Besserwessern’ auf Amazon-Rezensionen seiner Bücher. Plädiert: wenn man etwas nicht mag, einfach nichts hinterlassen statt böse Kommentare. Verständlich nur bei großen kommerziellen Produktionen.

„Wir machen das aus Spaß und Freude."

Themen: Hörer-Feedback

→ Liebstes und Nervigstes


← Tanja · Übersicht Podcast-Faible Gäste · Britt-Marie →

[!info] Podcast-Faible · Folge #09

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

Erste Berührung mit der eigenen Stimme schon als Kind mit dem Kassettenrekorder – nahm in den 80ern eigene ‘Radiosendungen’ auf und verlieh die Kopien in der Klasse. Vorbilder: NDR-2-Moderatoren wie Günter Fink und Peter Orban. Spät kam die Podcast-Idee, weil im normalen Umfeld niemand mit ihm in die Tiefe über den ESC (Eurovision Song Contest) reden wollte, im Land aber viele ‘genauso bescheuert drauf’ sind wie er. Back to the roots der Radio-Moderator-Träume.

„Es gibt ja so im ganzen Land so viel verteilte Leute, die genauso bescheuert drauf sind wie ich."

Themen: Fandom als Einstieg · Sendegate-Community

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

Hört über 2h täglich Podcasts (während des Pendelns wie zu Hause). Mischung Information + Entertainment, kommerziell + Indie. ESC-Podcasts (Merci Cherie aus Österreich, ESC Update vom NDR, ESC Schnack aus Kiel) – im internationalen Netzwerk gut verdrahtet. Deutschlandfunk ‘Der Tag’ (morgens, 20–30 Min, gut getimt). Lieblings-Indie-Podcast: Metacast. Schätzt Zeitsouveränität und Kapitelmarken am Medium.

„Ich finde das wirklich, das fiel mir jetzt eben gerade noch ein, was natürlich auch wirklich schön ist am Podcasten, das ist eben halt diese Zeitsouveränität."

Themen: Fandom als Einstieg · Zeitaufwand

→ Eigener Podcast-Konsum

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Beim ESC 2019 in Tel Aviv, akkreditiert für die Proben – aus dem Pressezentrum Studio-Link-Aufnahme über 4.300 km Distanz mit Co-Host Dennis in Rostock. Stimmgewirr im Hintergrund klang ‘wie bei Karstadt’, dabei berichtete er als ‘Korrespondent im Nahen Osten’ live. Zeigt für ihn den Wert: vor Ort sein + Hörfunkfeeling kombinieren.

„Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich mal so als Korrespondent im Nahen Osten irgendwie mal berichte."

Themen: Aufnahme-Tools (Studio Link/Riverside) · Fandom als Einstieg

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Pro Aufnahme + Postproduktion + Show Notes + Player + Social Media = 1 ganzer Arbeitstag. Plus täglich nebenher ESC-Beschäftigung (Vorentscheide hören, neue Künstler, News verfolgen) – die Woche vor Aufnahme intensiver. Vieles läuft nebenbei während des Pendelns.

„Man muss schon sehr viel Vorbereitungszeit auch reinstecken, damit auch die Hörer ein bisschen was davon haben."

Themen: Recherche & Vorbereitung

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Macht klein-zu-groß angefangen: USB-Mikro am PC, dann Audio-Interface. Heute: festes Podcast-Setup mit kleinem Schreibtisch, klangabsorbierenden Elementen, Rodecaster Pro (kompakt). Apple Mac Mini nur für Podcast. Rode Procaster Mikrofon, Beyerdynamic DT 770 Kopfhörer, Elgato Stream Deck. Reaper + Ultraschall, Auphonic, Hosting auf Podigy (mit 3-Monate-Pause-Option im Sommer).

„Ich könnte noch zwei, drei andere Podcaststudios irgendwie ausrichten, also das ist gar kein Problem, wenn selbst wenn mal hier Geräte ausfallen."

→ Technik

Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Mag den Austausch mit den treuen Hörern und der Podcast- und ESC-Community (z.B. Subscribe-Konferenz). Schätzt die Zeitsouveränität. Nervig: Schnitt manchmal anstrengend (wird besser mit Routine), und besonders die zerfallende Social-Media-Landschaft – früher waren alle auf Twitter, jetzt verteilt sich alles, was die Hörer-Reach schwierig macht.

„Social Media […] klastert sich leider sehr stark auseinander."

Themen: Schnitt-Erlebnis · Sendegate-Community

→ Liebstes und Nervigstes

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Tipps: Tragendes Thema brauchen (zwei Folgen reichen nicht). Gutes Konzept und Vorbereitung. Marathon-Mentalität – dranbleiben, auch wenn die Arbeit anstrengt; Hörer warten auf die nächste Folge. Workflow entwickeln (alles Wiederkehrende standardisieren – z.B. Webseite-Post vorbereiten mit Lorem Ipsum). Und am Ende: ‘Soll es Spaß machen.’

„Wenn man was aus dem Ärmel schütteln will, dann muss man es vorher reingetan haben."

→ Wichtigste Lektion


← Kai Rohde · Übersicht Podcast-Faible Gäste · Christiane Attig →

[!info] Podcast-Faible · Folge #06

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Arbeitet parallel an 2-3 Projekten gleichzeitig – Vorbereitung, Aufnahme, Postproduktion verschiedener Folgen gleichzeitig. Nutzt Notion (von Erstkunde Christian aus Second Unit übernommen) für eine Art Timeline mit Deadlines/Prioritäten. Hat nicht jeden Tag Bock auf dasselbe Projekt, sondern kann je nach Stimmung wählen. Vormittags = Business-Aufnahmen (Tochter in Kita), Abende = Familienzeit, klare Trennung.

„Heute mache ich eher da ein bisschen was und dann mache ich ein bisschen eher da was und dann ein bisschen da was und das geht erstaunlich gut."

Themen: Familie & Privatleben

→ Zeitaufwand pro Folge

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Im Business-Podcast bewusst keine Selbstvermarktung, sondern Erfahrungswerte teilen. Findet Podcast besonders gut für ruhige/kamerascheue Menschen (im Vergleich zu YouTube/TikTok mit Bild-Konsistenz-Stress). Schätzt das Zeitsouveränität des Konsums – Podcasts kann man überall hören, YouTube fixiert auf den Bildschirm.

„Ich möchte ja eigentlich ja dann eben mit euch Gästinnen ja dann zeigen, so von wegen hey, es gibt so viele verschiedene Wege zum Podcasten zu kommen."

Themen: Zeitaufwand

→ Wichtigste Lektion


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