Journalismusforscherin am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Universität Leipzig. Forscht zur deutschsprachigen Podcast-Szene. Leiterin der bislang größten Podcastenden-Befragung weltweit (erste Welle 2021, zweite Welle Sommer 2025, ~1.300 Datensätze).

Verbindungen

Zusammenarbeit mit Simon Lübke. Vortrag auf re-publica 26: Wer sendet hier eigentlich – Motivationen & Einstellungen in der deutschen Podcastszene.

Quellen / Hinweise

Kurzvortrag von Vera Katzenberger (Journalismusforschung) und Simon Lübke (Politische Kommunikation), beide Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Universität Leipzig. Lightning Box 1, STATION Berlin, re-publica 26, 20. Mai 2026 (letzter Konferenztag, erster Slot).

Video: YouTube

Methode

Web-Crawler durchsuchte bestehende Podcast-Verzeichnisse, extrahierte RSS-Feeds, sammelte Kontaktdaten → 15.000 Podcaster:innen eingeladen → 37-Fragen-Online-Survey (Sommer 2025). Rücklauf: über 1.300 Datensätze – laut Autor:innen größte Podcastenden-Befragung weltweit. Erste Welle 2021, zweite Welle 2025.

Ergebnisse

Wer sendet?

  • Überwiegend männlich, mittleres Alter, hoch-/akademisch gebildet
  • ~50 % Hobby/Freizeit, ~35 % professionelles Umfeld (Verlage, Produktionsfirmen, Corporate Podcasting)

Themen

Beliebteste Bereiche: Lifestyle/Gesundheit/Sport > Kultur/Literatur > News/Politik/Geschichte. True Crime am wenigsten vertreten (trotz Spotify-Charts-Dominanz → Themenvorlieben von Produzierenden und Publikum sind weitgehend entkoppelt).

Geschlechtsspezifische Unterschiede: Männer → News/Politik/Geschichte, Wirtschaft/Finanzen, Gaming. Frauen → Familie/Erziehung, Religion/Spiritualität, Psychologie.

Publikationsverhalten & Reichweite

Erscheinungsrhythmus: meist alle 2–4 Wochen oder kein festes Schema. Reichweite: typischerweise bis 1.000, teils bis 5.000 Hörer:innen in den ersten 7 Tagen nach Veröffentlichung.

Qualitätsansprüche

Podcaster:innen legen trotz konversationellem Format hohen Wert auf: Authentizität, Objektivität, Perspektivenvielfalt.

Motivationen

Primär: Spaß am Podcasting und Leidenschaft für das eigene Thema. Sekundär: Faszination für das Medium selbst. Finanzielle Motive: kaum relevant.

Ziele

Entertainment, Bildung, Information. Watchdog-Funktion (Kritik und Kontrolle wie im professionellen Journalismus) spielt kaum eine Rolle.

KI-Nutzung

Rund ein Drittel nutzt KI – primär für: Transkription, Rauschunterdrückung, Textgenerierung (Skripte). Kaum genutzt: synthetisches Sound-Design, Stimmgenerierung. Hinweis der Autor:innen: Daten aus Sommer 2025, das Feld bewegt sich schnell.

Mythen-Check (Schlussfolgerungen)

AnnahmeBefund
Podcasts geben Marginalisierten eine Stimme / sind maximal diversWiderlegt: überwiegend männlich, gebildet, mittleres Alter
Mit Podcasts lässt sich schnell Geld verdienenWiderlegt: für die meisten Passion-Projekt, kein Geschäftsmodell
Die Szene professionalisiert sichTeilweise: Professionalisierung passiert als Einzelpersonen-Skill-Erwerb, nicht als Team-Spezialisierung

Einschränkung: Self-Selection-Bias – wer hat die Ressourcen und das Selbstbild, an einer solchen Studie teilzunehmen?

Quellen / Hinweise