[!info] Podcast-Faible · Folge #28

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

‘Late to the party’ um 2012/2013 über einen amerikanischen Star Wars X-Wing Podcast (Nova Squadron Radio). Über Tim Pritlove rutschte er tiefer ins Medium. Den Anstoß zum eigenen Podcast gaben fehlende deutsche Perry-Rhodan-Formate und der innere Schweinehund beim Schreiben – ein Podcast erzeugte den nötigen sozialen Druck. Stefan Brocksch von Esel & Teddy schickte ihn ins Ultraschall/Studio-Link-Lager.

„Ich dachte mir, wenn ich so ein, zwei Leute zusammensamme, habe ich so ein bisschen den Druck, selber dann dabei zu bleiben."

Themen: Fandom als Einstieg · Stefan Brocksch (Esel & Teddy)

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

‘Untreuer Hörer’, kein Komplettist – löscht alte Folgen gnadenlos, wenn er nicht hinterherkommt. Schwerpunkte: Fantasy/Science-Fiction (Perry Rhodan, Star Wars), Holger Klein (Wochendämmerung, Realitätsabgleich, Hoaxilla), Tech/Wissenschaft (methodisch inkorrekt, Logbuch Netzpolitik, Freakshow), Kabarett (Grundlos gute Laune), Soziologie (Schweigen ist Zustimmung). Brettspiel-Podcasts vermeidet er, weil sie teuer werden (Fuchs und Bär kostet ihn Brettspielkäufe). Einschlafen-Podcast: Hassliebe.

„Ich bin da gnadenlos. […] Wenn ich merke, ich komme irgendwie drei, vier Wochen nicht hinterher, dann lösche ich die alten Folgen und springe die aktuelle."

Themen: Fandom als Einstieg · Wissenschaftspodcasts

→ Eigener Podcast-Konsum

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Die Folgen mit besonderen Gästen aus dem Perry-Rhodan-Universum: Autor Robert Corvus, Autorin Verena Thimsen (die die Technik bei Perry Rhodan macht). Der erste ‘Promi’ war Nicolas Wöhrl von methodisch inkorrekt, der beiläufig erwähnte, dass er Perry Rhodan liest. Highlight: das Interview mit Dr. Michael Blume (Antisemitismusbeauftragter Baden-Württemberg und Sci-Fi-Fan) – er hatte 10 Fragen vorbereitet und kam zu zwei.

„Das ist so eine der Folgen, wo ich sage, wenn einer mal bei uns reinschnuppern will, das ist so eine der Folgen."

Themen: Gespräche & Begegnungen · Wissenschaftspodcasts

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Verweigert die übliche Antwort: Lesen zählt für ihn nicht – er liest Perry Rhodan ohnehin. Bei seinem Hauptformat arbeiten sie meist nur zu zweit (mit Christoph), weil das mehr Spontaneität erlaubt: Bis 30 Minuten vor Aufnahme kann einer absagen – ‘machen wir nächste Woche’ ist die einzige Antwort. Keine künstlich aufgeblähten Vorbereitungs-Stunden, dafür echtes Hobby-Feeling.

„Bis halbe Stunde vor Aufnahme kann der eine anrufen und sagen, komm wir lassen ausfallen heute."

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Rode-Fanboy: Rode Podmic an PSA1-Arm in Rodecaster Pro 2. Mobil: Zoom H6 mit Rode Reporter-Mic. Software: Ultraschall + Studio Link (Quicklink-Variante).

„Ich bin ein Road-Fanboy."

Themen: Mikrofon-Setup · Schnitt-Tools (Ultraschall/Reaper)

→ Technik

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Zwei Punkte: 1) ‘Die Welt hat nicht auf dich gewartet’ – realistisch bleiben über Hörerzahlen, gerade in Nische-der-Nische (Sci-Fi-Perry-Rhodan). 2) Das Publikum ist sehr dankbar – egal wie groß. Eine junge Frau erzählte ihm, ihr Podcast habe ihr während eines Krankenhausaufenthalts Spaß gegeben. 3) Ehrliche Kritik ist hart, aber wichtig – nicht in Abwehrhaltung gehen, auch wenn der Chefredakteur sagt ‘dein Start ist Mist’.

„Die Welt hat nicht auf dich gewartet. Das musste ich auf die harte Tour lernen."

→ Wichtigste Lektion


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[!info] Podcast-Faible · Folge #13

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

Hat vorher keine Podcasts gehört – ihr erster Berührungspunkt war ihre eigene erste Aufnahme als Gast. Freunde hatten ihr Podcasts empfohlen, sie war aber nicht interessiert. (Antwort durch Diarisierungs-Probleme im Transkript abgeschnitten.)

„Mein erster Berührungspunkt mit dem Medium Podcast ist meine allererste Aufnahme, die ich hatte."

Themen: Bühnenaffinität

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

Bezieht Infos über Podcast-Nachrichten (keine Tagesschau, keine Zeitung). Wissen/Wissenschaft – verschiedene Erklär-Podcasts pro Woche. Eltern- und Finanzratgeber-Podcasts (Mitte 30, Sorgen um Altersvorsorge). Politische Promi-Einordnungen mit Sarkasmus.

„Es klingt total, als wäre ich irgendwie 50 oder so, also Eltern- und Finanzratgeber. Why not?"

Themen: Wissenschaftspodcasts

→ Eigener Podcast-Konsum

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Bei Filmfolgen: Film beschaffen (oft aus Bibliothek), schauen + Making-of + Internetrecherche + Tippen = 3-8 Stunden. Aufnahme bei Gast zu Hause (mit Anreise und Vorgespräch) 5-7 Stunden. Nachbereitung (Schnitt, Hochladen, Show Notes, Cover, Socials) ~5 Stunden – sie braucht ~1,5× Folgenlänge für Schnitt (früher mit Audacity Doppelte). Insgesamt 13-20 Stunden pro Folge.

„Anderthalbfache im Schnitt von der Folgenlänge würde ich schätzen, früher als ich noch mit Audacity geschnitten habe, war es das Doppelte."

Themen: Fandom als Einstieg · Gespräche & Begegnungen · Schnitt-Tools (Ultraschall/Reaper)

→ Zeitaufwand pro Folge

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Die Podcaster-Community ist großartig – über Gastauftritte lernt man viele nette Menschen kennen, die man im Alltag nie kennenlernen würde, schon gar nicht über Bundesländer hinweg. Schöne Vor- und Nachgespräche als Me-Time. Persönliche Beobachtung: Mit Mitte 30 nach Pandemie und Wegzug aus Berlin ist es schwer, neue Leute kennenzulernen – Podcasts kompensieren das.

„Die meisten PodcasterInnen sind sehr nette Menschen."

Themen: Pandemie als Auslöser · Sendegate-Community

→ Wichtigste Lektion


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[!info] Podcast-Faible · Folge #21

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

Hört weniger als früher (Hörbücher haben Anteile übernommen). Klassiker wie Bits und so. Im eigenen Netzwerk: Regen, Sturm, Schnee (Wetter/Klima). Alt und Verbittert – ein medizinischer Effekt: Migräne-Hilfe! Weiter: WRINT-Geschichtsunterricht, Blathering, Sunday Morning (seit Folge 1). Themen interessieren sie weniger – es geht ihr um Menschen, die mit Begeisterung erzählen.

„Ich habe sehr viel Spaß daran, wenn Menschen mit Begeisterung über irgendwas reden, völlig egal was."

Themen: Fandom als Einstieg · Spaß & Motivation

→ Eigener Podcast-Konsum

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Drei besondere Aufnahmen: 1) Ein Adventskranz (vierteilige Folge am Stück aufgenommen) im ‘König Bube Dame Gast’ über Stephen King – sie war wegen chronischer Erkrankung randvoll mit Schmerzmitteln und Apfelwein, ihre Gästin Missy Rockstar hielt durch. 2) Eine ES-Folge, in der sie so lange geschimpft hat, bis es gewittert hat. 3) Mitten in einer Aufnahme fiel eine Maus in eine Lebendfalle ins Blechwaschbecken eines Mitpodcasters – sie dachten, das Haus stürzt ein. (Maus wurde übrigens lebend in den Wald entlassen.)

„Da habe ich so lange geschimpft, bis es gewittert hat. Habe ich ein Gewitter herbeigeschimpft."

Themen: Fandom als Einstieg

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Spaßformate wie ‘Monatslese’ werden nicht groß vorbereitet. ‘König Bube Dame Gast’ (Stephen King chronologisch) ist arbeitsintensiv: Sendungsnotizen, Detail-Analyse, Querverbindungen ins King-Universum. Schnitt: ~2 Stunden, Folge selbst ~2 Stunden lang = 5 Stunden reine Arbeitszeit + die Lesezeit (Bücher).

„Im Schnitt zwei Stunden, plus im Durchschnitt sind die Folgen ungefähr zwei Stunden lang, das heißt, ungefähr insgesamt fünf Stunden würde ich rechnen, die wir außer der Lesezeit reine Arbeitszeit haben."

Themen: Zeitaufwand

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Jahrelang Go-Mike, jetzt ein billiges Mikro vom Mann. Nimmt im TeamSpeak auf (Push-to-Talk-Lampen für Moderation), für größere Gruppen Studio Link. Schneidet mit Audacity ‘auf Sicht’ nach Audiokurve – kann keine Multitrack-Aufnahmen schneiden. Auphonic zur Nachbereitung. Hosting via WordPress + Plugin ‘Seriously Simple Podcasting’ (beliebige Feeds anlegen). Setup läuft seit 2016.

„Ich schneide auf Sicht und nicht nach Gehör. Und das ist der Grund, weshalb bei mir das Multitrack nicht funktioniert."

→ Technik

Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Liebt die Breite der Menschen, die das Medium erreicht – verschiedene Lebensrealitäten, Berufe, Altersgruppen, Behinderungen, sexuelle Orientierungen. Das Internet ist ihre ‘Kneipe’ (kommt aus Gründen wenig raus). Trifft Menschen, die sie sonst nie kennenlernen würde (60-Jährige als Au-pair nach Ägypten). Nervig sind nur 2000-Seiten-Belanglosigkeit-Bücher, an denen sie sich durchquälen muss. Mit Lebendmaus-Vandalismus und einer Folge aus der Badewanne (gemutet aufgenommen) hat sie alles erlebt – aber Wichtiges ist nie verloren gegangen.

„Internet-TM ist halt meine Kneipe, kann man sagen. […] Die Leute wollen ja reden."

Themen: Gespräche & Begegnungen

→ Liebstes und Nervigstes

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Drei Lektionen: 1) Macht das, worauf ihr Bock habt – nicht was ihr für erfolgreich haltet. 2) Hörerzahlen sind ‘Voodoo’ – ignoriert sie. 3) Macht Dinge, die ihr ohnehin getan hättet – dann hält man die Durststrecken durch. Wer mit Begeisterung dabei ist, findet sein Publikum. Wer ein ‘Podcast-Imperium’ bauen will, scheitert meistens.

„Macht lieber das, wofür ihr brennt, wofür ihr Liebe habt, und dann klappt das von selber."

Themen: Hörer-Feedback · Spaß & Motivation

→ Wichtigste Lektion


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[!info] Podcast-Faible · Folge #27

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

Kam 2016/17 über ihren großen Bruder zu Podcasts (Lila Podcast, Lage der Nation). Den eigentlichen Sog erlebte sie über Lanoink/Plötzlich Piratin – die Verbindung von Podcast und Hörspiel begeisterte sie wegen ihres künstlerischen Backgrounds. 2019 startete sie ‘Backstage’, um der vielfältigen freien Kunst- und Kulturszene in Neustadt eine Plattform zu geben (jenseits des Wein-Klischees der Pfalz).

„Ich hatte die Idee, dann könnte ich doch dieser Bubble eine Plattform geben, wo sie sich vorstellen können."

Themen: Pandemie als Auslöser

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

Begleitet sie durch den Alltag (Hausarbeit, Zugfahren). Inhalt muss ’etwas mit ihr machen’ – sei es politisch oder unterhaltend. Politisch: Wochendämmerung, WRINT-Formate, Laberfach. Videospiel-Geschichten (kleine, persönliche Episoden). Lano-Welt, Luft nach oben, Esel & Teddy. Jörn Schaars Podcast neu entdeckt.

„Mir geht es einfach immer drum, dass es irgendeinen Inhalt gibt, der irgendwas mit mir macht."

Themen: Begleitmedium

→ Eigener Podcast-Konsum

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Drei Erinnerungen: 1) Pianist Ratko Delorco erzählte, wie ein Glasflügel per Skilift in eine Eishöhle gebracht wurde, in der er mit Funktionsunterwäsche unter dem Frack ein exklusives Konzert spielte. 2) Ihre einzige Live-Folge 2021 bei einem Theaterfestival in Neustadt mit einem Performance-Duo – Jahre später entstand aus der Aufnahme ein eigenes Kunstprogramm der beiden. 3) Klassikgitarristin Heike Mathiessen (2023 verstorben), die sich für sichtbarmachen verschollener Komponistinnen einsetzte – Leni durfte sie zweimal befragen.

„Das ist ja wie nach einem Lieblingskind fragen."

Themen: Fandom als Einstieg · Frauen im Podcast-Bereich · Live-Aufnahmen

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

‘Schwuppdiwupp’ (Kindersache) dauert ca. 1 Stunde insgesamt. Backstage ist deutlich aufwändiger: ~30 Min Vorbereitung pro Gast (möchte ein Gefühl für die Person entwickeln, nicht alles vorab wissen). Aufnahme 45-60 Min, Schnitt umständlich (sie hört in Originalgeschwindigkeit durch, macht grob Schnitt, dann nochmal Feinschnitt) ~4 Stunden. Dann Social Media, vor allem Instagram (gegen den eigenen Schulterteufel, der zu Meta-Ausstieg rät – aber sie braucht es für Feedback und neue Gäste).

„Ich höre wirklich in der normalen Geschwindigkeit den Podcast einmal durch und mache einen groben Schnitt und dann höre ich ihn nochmal durch."

Themen: Fandom als Einstieg · Social Media & Vermarktung

→ Zeitaufwand pro Folge

Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Mag den Schnitt – findet ihn meditativ (Kakao bei Regen, Gespräch nochmal hören). Am liebsten sind die Begegnungen selbst, gerade in der Pandemie als Theaterleute nicht arbeiten konnten. Liebt es, in fremde Welten zu schauen (z.B. Opernsängerinnen). Anstrengend: die Vorbereitung, weil sie einen klaren Kopf braucht zum Einschwingen auf eine Person.

„Ich finde das irgendwie sehr meditativ und freue mich dann auch immer noch mal das Gespräch zu hören in einem ganz anderen Zusammenhang."

Themen: Gespräche & Begegnungen · Pandemie als Auslöser · Recherche & Vorbereitung · Schnitt-Erlebnis

→ Liebstes und Nervigstes

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Gelernt: frei zu sprechen (als Schauspielerin gewohnt an Skripts, fehlten ihr anfangs die Worte). Wichtigste Erkenntnis übers Moderieren: dem Gast Raum geben. Es geht nicht um sie selbst. Sie ärgert sich, wenn Moderator*innen sich in den Vordergrund schieben und nur darauf warten, selbst zu reden.

„Es geht jetzt einfach mal nicht um mich."

Themen: Gespräche & Begegnungen · Lernen & Entwicklung

→ Wichtigste Lektion


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[!info] Podcast-Faible · Folge #09

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

Erste Berührung mit der eigenen Stimme schon als Kind mit dem Kassettenrekorder – nahm in den 80ern eigene ‘Radiosendungen’ auf und verlieh die Kopien in der Klasse. Vorbilder: NDR-2-Moderatoren wie Günter Fink und Peter Orban. Spät kam die Podcast-Idee, weil im normalen Umfeld niemand mit ihm in die Tiefe über den ESC (Eurovision Song Contest) reden wollte, im Land aber viele ‘genauso bescheuert drauf’ sind wie er. Back to the roots der Radio-Moderator-Träume.

„Es gibt ja so im ganzen Land so viel verteilte Leute, die genauso bescheuert drauf sind wie ich."

Themen: Fandom als Einstieg · Sendegate-Community

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

Hört über 2h täglich Podcasts (während des Pendelns wie zu Hause). Mischung Information + Entertainment, kommerziell + Indie. ESC-Podcasts (Merci Cherie aus Österreich, ESC Update vom NDR, ESC Schnack aus Kiel) – im internationalen Netzwerk gut verdrahtet. Deutschlandfunk ‘Der Tag’ (morgens, 20–30 Min, gut getimt). Lieblings-Indie-Podcast: Metacast. Schätzt Zeitsouveränität und Kapitelmarken am Medium.

„Ich finde das wirklich, das fiel mir jetzt eben gerade noch ein, was natürlich auch wirklich schön ist am Podcasten, das ist eben halt diese Zeitsouveränität."

Themen: Fandom als Einstieg · Zeitaufwand

→ Eigener Podcast-Konsum

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Beim ESC 2019 in Tel Aviv, akkreditiert für die Proben – aus dem Pressezentrum Studio-Link-Aufnahme über 4.300 km Distanz mit Co-Host Dennis in Rostock. Stimmgewirr im Hintergrund klang ‘wie bei Karstadt’, dabei berichtete er als ‘Korrespondent im Nahen Osten’ live. Zeigt für ihn den Wert: vor Ort sein + Hörfunkfeeling kombinieren.

„Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich mal so als Korrespondent im Nahen Osten irgendwie mal berichte."

Themen: Aufnahme-Tools (Studio Link/Riverside) · Fandom als Einstieg

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Pro Aufnahme + Postproduktion + Show Notes + Player + Social Media = 1 ganzer Arbeitstag. Plus täglich nebenher ESC-Beschäftigung (Vorentscheide hören, neue Künstler, News verfolgen) – die Woche vor Aufnahme intensiver. Vieles läuft nebenbei während des Pendelns.

„Man muss schon sehr viel Vorbereitungszeit auch reinstecken, damit auch die Hörer ein bisschen was davon haben."

Themen: Recherche & Vorbereitung

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Macht klein-zu-groß angefangen: USB-Mikro am PC, dann Audio-Interface. Heute: festes Podcast-Setup mit kleinem Schreibtisch, klangabsorbierenden Elementen, Rodecaster Pro (kompakt). Apple Mac Mini nur für Podcast. Rode Procaster Mikrofon, Beyerdynamic DT 770 Kopfhörer, Elgato Stream Deck. Reaper + Ultraschall, Auphonic, Hosting auf Podigy (mit 3-Monate-Pause-Option im Sommer).

„Ich könnte noch zwei, drei andere Podcaststudios irgendwie ausrichten, also das ist gar kein Problem, wenn selbst wenn mal hier Geräte ausfallen."

→ Technik

Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Mag den Austausch mit den treuen Hörern und der Podcast- und ESC-Community (z.B. Subscribe-Konferenz). Schätzt die Zeitsouveränität. Nervig: Schnitt manchmal anstrengend (wird besser mit Routine), und besonders die zerfallende Social-Media-Landschaft – früher waren alle auf Twitter, jetzt verteilt sich alles, was die Hörer-Reach schwierig macht.

„Social Media […] klastert sich leider sehr stark auseinander."

Themen: Schnitt-Erlebnis · Sendegate-Community

→ Liebstes und Nervigstes

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Tipps: Tragendes Thema brauchen (zwei Folgen reichen nicht). Gutes Konzept und Vorbereitung. Marathon-Mentalität – dranbleiben, auch wenn die Arbeit anstrengt; Hörer warten auf die nächste Folge. Workflow entwickeln (alles Wiederkehrende standardisieren – z.B. Webseite-Post vorbereiten mit Lorem Ipsum). Und am Ende: ‘Soll es Spaß machen.’

„Wenn man was aus dem Ärmel schütteln will, dann muss man es vorher reingetan haben."

→ Wichtigste Lektion


← Kai Rohde · Übersicht Podcast-Faible Gäste · Christiane Attig →

[!info] Podcast-Faible · Folge #25

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

2015 auf der Doctor-Who-Convention ‘Timelash’ über den Who-Cast erstmals verstanden, was ein Podcast ist. Über Star Trek-Fandom kam 2019 die erste Gastaufnahme im Star Trek-Podcast – ging mit purem Stress ins Bett, bekam aber positives Feedback. Der eigentliche Durchbruch kam 2020 mit Star Trek Picard und der Pandemie. Mit Trekkipedia und ‘Vier unter Deck’ (mit Arne Ruddat) wurde es zum Hobby. Stark geprägt von Impressums-/Privatsphäre-Fragen als Frau im Nerd-Umfeld.

„Ich finde es doch auch wirklich wichtig und erwähnenswert, wenn männliche Podcaster bereit sind, mit Frauen zu podcasten."

Themen: Fandom als Einstieg · Pandemie als Auslöser

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

Hört quer Beat – hat Radio und TV-Zappen komplett ersetzt. Schwerpunkte: Nachrichten/News-Formate, Politik, Gesundheit, Laber-Podcasts, Filme/Serien/Hörspiele. Wichtige Themen sind Inklusion, Diversität und Feminismus – auch durch eigene Erfahrungen als Frau im Nerd-Umfeld. Schätzt Fandoms, in denen sie selbst nicht firm ist, weil Leute für ihre Sache brennen.

„Ich finde das ganz spannend, wenn Leute einfach für sie ihre Sache brennen."

Themen: Spaß & Motivation

→ Eigener Podcast-Konsum

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Erinnert sich an Schreckmomente bei Technik-Pannen (Tonspur verloren) und die Lösungssuche. Besonders eingeprägt: eine Trekkipedia-Folge mit einer Expertin über Pflanzen in Star Trek. Die Botanikerin öffnete Aspekte, die sie selbst nie hätte recherchieren können – welche Pflanzen, wo, warum, was Modepflanzen waren. Wert von Expert*innen-Gästen für den Podcast.

„Das war wirklich ganz, ganz zauberhaft und das war wirklich auch wieder so ein Moment, wo ich dachte, es hat auch ganz viel Nutzen, Leute einzuladen, die so eine Expertise mitbringen."

Themen: Fandom als Einstieg

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Stark formatabhängig. Trekkipedia: viel Recherche, in Show Notes Episoden-Verweise mit Begründung verlinken, Kapitelbilder, Social Media – ‘da können schon Tage auf so eine Episode draufgehen’. In Pandemie-Zeiten ohne Arbeit war Zeit kein Problem; im Alltag schwieriger. Als Gästin ist sie spontan einsetzbar. Vorher ‘hoch vorbereitet’ mit 150% – heute entspannter.

„Ich bin da nicht so gut drin, den roten Faden irgendwie zu legen und dem zu folgen."

Themen: Shownotes & Aufbereitung

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Blue Yeti gebraucht gekauft, benutzt es bis heute. In Mikrofon-Spinne und Arm investiert, um den Tisch zurückzuerobern. Keine Headset-Experimente. Reaper/Ultraschall + Studio Link. Bei Trekkipedia: Senfcall (auf Big Blue Button basierend, Datenschutz für Gäste). Hat schon erlebt, dass Zoom ihr den Mikrofon-Pegel hochschraubte – behält Pegel im Auge.

„Es funktioniert, es läuft. Warum was ändern? Never change a winning team."

→ Technik

Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Am liebsten der Austausch über Themen – verschiedene Perspektiven sich entfalten zu sehen. Bei Vier unter Deck oft vier verschiedene Meinungen, die dann zusammenkommen. Findet es spannend, anderen ‘in den Kopf zu schauen’ bei Indie-Podcasts. Begleitendes Rewatchen (z.B. Star Wars, das sie weniger kannte) bereichert sie.

„Sich das so zu erarbeiten, das finde ich total spannend daran. […] Die unterschiedlichen Denkweisen und die Welt-Sicht von Leuten."

→ Liebstes und Nervigstes

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Selbstreflexion über Auftreten und Formulierungen ist wertvoll – wer unsicher rüberkommt, dem wird nicht geglaubt (besonders schwer als Frau). Bei Gastauftritten ‘verhalten als ob man selbst schneiden müsste’ – Arbeit erleichtern. Wichtig: vor Aufnahme die unterschiedlichen Beweggründe abklopfen, warum jemand podcastet (kommerziell vs Sendungsbewusstsein vs Themenliebe). Felo hatte recht: Podcasten ist ein tolles Hobby.

„Wer unsicher rüberkommt, dem wird auf jeden Fall nicht geglaubt."

→ Wichtigste Lektion


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