Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?
25 von 30 Gästen haben geantwortet.
Wiederkehrende Muster
- Sendegate-Community — Johannes Wolf, Kirsten und Sven, Pascal Wichmann, Rebecca van der Meyden, Sascha Gottschalk, Stephanie Fischer
- iPod-Generation — Arne Ruddat, Philipp Müllender, Sebastian Stix, Stefan Giesbert
- Fandom als Einstieg — Alexander Haas, Sascha Gottschalk, Tanja
- Pandemie als Auslöser — Heike Drexel, Leni Bohrmann, Tanja
- Wissenschaftspodcasts — Christiane Attig, Kirsten und Sven, Sebastian Stix
- Duo-Format — Michèle Liussi, Pascal Wichmann, Patrick Lohmeier
- Filmpodcasts — Christian Steiner, Pascal Wichmann, Stefan Giesbert
- Stefan Brocksch (Esel & Teddy) — Alexander Haas, Johannes Wolf
- Live-Aufnahmen — Kirsten und Sven, Rebecca van der Meyden
- Gemischtes hack — Alexander Karls, Nella Rausch
Alle Antworten
Johannes Wolf (Ep 1)
Erster Berührungspunkt waren um 2011/2012 die Podcasts Einschlafen Podcast und Esel & Teddy, deren Anarchie ihn begeisterte. Den Anstoß zum eigenen Podcasten gab eine Helmut-Kohl-Imitation, die er bei Esel & Teddy einreichte – darüber kam er mit Stefan Brocksch in Kontakt, seinem ‘Podfather’. Daraus entwickelte sich 2013 das Talk-Format ‘Der will doch nur spielen’.
„Stefan Brocksch quasi auch so ein bisschen mein Podfather und also der, der mich gefördert hatte und unterstützt hat beim Podcasten."
Alexander Haas (Ep 2)
‘Late to the party’ um 2012/2013 über einen amerikanischen Star Wars X-Wing Podcast (Nova Squadron Radio). Über Tim Pritlove rutschte er tiefer ins Medium. Den Anstoß zum eigenen Podcast gaben fehlende deutsche Perry-Rhodan-Formate und der innere Schweinehund beim Schreiben – ein Podcast erzeugte den nötigen sozialen Druck. Stefan Brocksch von Esel & Teddy schickte ihn ins Ultraschall/Studio-Link-Lager.
„Ich dachte mir, wenn ich so ein, zwei Leute zusammensamme, habe ich so ein bisschen den Druck, selber dann dabei zu bleiben."
Leni Bohrmann (Ep 3)
Kam 2016/17 über ihren großen Bruder zu Podcasts (Lila Podcast, Lage der Nation). Den eigentlichen Sog erlebte sie über Lanoink/Plötzlich Piratin – die Verbindung von Podcast und Hörspiel begeisterte sie wegen ihres künstlerischen Backgrounds. 2019 startete sie ‘Backstage’, um der vielfältigen freien Kunst- und Kulturszene in Neustadt eine Plattform zu geben (jenseits des Wein-Klischees der Pfalz).
„Ich hatte die Idee, dann könnte ich doch dieser Bubble eine Plattform geben, wo sie sich vorstellen können."
Kirsten und Sven (Ep 4)
Sven kam über die YouTube-Community ‘Geek & Sundry’ zum Podcasten und gründete den BattleTech-Podcast ‘Mechkrieger by Wallace’. Über methodisch inkorrekt entdeckte er die deutsche Podcast-Szene und kam zum Sendegarten und schließlich zum Podstock. Kirsten war nie Gast in einem Podcast – sie kam über das Podstock-Catering ins Orga-Team: Sie hatte eine 1-Meter-Pfanne und Erfahrung im Großkochen, schrieb ans Podstock und übernahm dann jahrelang das Essen.
„Da habe ich also einfach an, weiß ich gar nicht, Mail oder Info ins Podstock geschrieben und einfach so, hey, ich hab gehört, ihr braucht irgendwie für dann und dann noch eine Mahlzeit."
Tanja (Ep 5)
2015 auf der Doctor-Who-Convention ‘Timelash’ über den Who-Cast erstmals verstanden, was ein Podcast ist. Über Star Trek-Fandom kam 2019 die erste Gastaufnahme im Star Trek-Podcast – ging mit purem Stress ins Bett, bekam aber positives Feedback. Der eigentliche Durchbruch kam 2020 mit Star Trek Picard und der Pandemie. Mit Trekkipedia und ‘Vier unter Deck’ (mit Arne Ruddat) wurde es zum Hobby. Stark geprägt von Impressums-/Privatsphäre-Fragen als Frau im Nerd-Umfeld.
„Ich finde es doch auch wirklich wichtig und erwähnenswert, wenn männliche Podcaster bereit sind, mit Frauen zu podcasten."
Patrick Lohmeier (Ep 6)
Begeistert von amerikanischen Underground-/Nischen-Film-Podcasts (Gentleman’s Guide to Midnight Cinema, Projection Booth), aber 2011 gab es in Deutschland praktisch keine vergleichbaren Filmpodcasts. Mehrere Jahre suchte er Mitstreiter, bis er bei einem gemeinsamen Arbeitgeber Daniel traf – seinen Co-Host bis heute. Damals musste man Gegenübern noch erklären, was ein Podcast überhaupt ist.
„Ich musste auch all denjenigen, die ich ansprach, erstmal erklären, was ein Podcast überhaupt ist und dann sagten die, ach so, ist hier Online-Radio, jaja."
Arne Ruddat (Ep 8)
Erster Kontakt über iPod und Podcasts wie ‘Schlaflos in München’ (Annik Rubens) und ‘Bits und so’ (Tim Hetzel) – beim Laufen lieber Stimme als Musik. Den Anstoß zum eigenen Podcast gab die Faszination für das Medium selbst (Audio → Datei → Feed → Abo). Lernte über Twitter Holger kennen, mit dem er bis heute ‘Dirty Minutes Left’ macht (>14 Jahre).
„Ich habe mir damit halt eine Freundschaft geschaffen und auch erhalten über inzwischen jetzt 14 Jahre."
Alexander Karls (Ep 10)
Erster Kontakt 2018 mit ‘Gemischtes Hack’. Spannend findet er, die Entwicklung anderer Podcasts und Podcaster (Felix Lobrecht, Tommy Schmidt) über die Jahre zu beobachten – seit Ende der Sommerpause 2024 als Videopodcast.
„Es ist immer ganz spannend, wenn man selber podcastet, finde ich, dass man da einfach auch mal die Entwicklung von einem anderen Podcast sieht."
Michèle Liussi (Ep 11)
War selbst keine große Podcast-Hörerin – Katharina (Co-Host) brachte sie dazu. Anlass war, dass der Verlag aus ihrem Debüt-Buch ‘Die Klügere gibt ab’ (über mütterliche Erschöpfung) kein Hörbuch machte. Sie wollten erschöpfte Mütter erreichen, die kein Buch lesen können, aber unterwegs hören können. Aus der buchbegleitenden Reihe wurde ein eigenständiger Podcast.
„Wenn die kein Hörbuch draus machen, dann machen wir ein Podcast draus."
Stefan Giesbert (Ep 12)
Erster Kontakt ca. 2006/2007 noch im Studium in Frankfurt über den iPod und iTunes. Hörte intensiv den Ohrensessel-Podcast (Bernd Begemann, Benjamin Mark, Ben Schado). Erinnert sich an die Mühsal des Synchronisierens via Kabel und das spätere Luxusgefühl, als iTunes das automatisch erledigte.
„Es war ja am Anfang ein sehr nerdiges Medium, also waren natürlich viel Tech-Kram."
Franziska von Lehel (Ep 13)
Kam über YouTube-Kommentare und dann über Spotify-Premium zu Podcasts. Erster eigener Podcast-Held: Stefanie Stahl – nach den Büchern auch im Podcast. Das Medium ließ sie danach nicht mehr los.
„Ich bin so in die Welt der Podcasts eingetaucht. […] das ganze Medium hat mich überhaupt nicht mehr losgelassen."
Stephanie Fischer (Ep 14)
Sieht sich als ‘Rampensau’ – Öffentlichkeit, Bühnen und Vorträge sind ihre Affinität, Podcasten war eine logische Schlussfolgerung. Erster Podcast ‘grenzenlos verliebt’ mit einem Österreicher kennengelernt übers Sendegate – mit Vergleichen zwischen Österreich und Deutschland (Kulinarik, Sprache). Nach 10 Folgen eingestellt aus Zeitgründen, aber sie hatte ‘Blut geleckt’. Erster Kontakt als Hörerin kam über Christian Thees & Anke Engelke (‘Wie war der Tag, Liebling?’).
„Ich glaube, ich bin gerne in der Öffentlichkeit, ich stehe gerne auf Bühnen […] und ich glaube, das war dann eine logische Schlussfolgerung, dass ich auch das Medium mal bespiele."
Philipp Müllender (Ep 15)
Erster Kontakt lustigerweise über den Vater, der Radio-Comedies (Frühstück bei Stefanie) auf dem Weg zur Arbeit hörte. Über iPod und iTunes dann nach und nach in die freie Podcast-Szene (Holger Klein, Tim Pritlove). Den Anstoß zum eigenen Podcast gab das Fehlen eines fiktionalen Personal-Podcasts aus einer Fantasy-Welt – ‘Es gibt zu jedem Scheiß was, aber das hier nicht.’ Will Leuten zeigen, dass es geht.
„Ich mache den ehrlich gesagt auch hauptsächlich deswegen, um Leuten zu zeigen, dass es geht und dass es dann vielleicht selber machen und ich dann auch hören kann."
Sebastian Stix (Ep 16)
2005/06 über einen kleinen iPod – Tab neben Musik ‘Podcast’ entdeckt. Erster Podcast: ‘Wann Hoffs wunderbare Welt der Wissenschaft’. Faszinierte ihn als ‘Radio zum Mitnehmen, nicht so tot produziert’. Liebt heute lange Formate wie ‘Alles gesagt’ (7 Stunden). Hörbuch-Junkie privat, Podcasts als perfektes Begleitmedium zu Tätigkeiten wie Rasenmähen.
„Das ist so wie Radio, das kannst du aber mitnehmen, das kannst du jederzeit hören, es ist auch nicht so tot produziert."
Anne Autenrieb (Ep 17)
Hat vorher keine Podcasts gehört – ihr erster Berührungspunkt war ihre eigene erste Aufnahme als Gast. Freunde hatten ihr Podcasts empfohlen, sie war aber nicht interessiert. (Antwort durch Diarisierungs-Probleme im Transkript abgeschnitten.)
„Mein erster Berührungspunkt mit dem Medium Podcast ist meine allererste Aufnahme, die ich hatte."
Pascal Wichmann (Ep 18)
Suchte über Foren und das Sendegate Gleichgesinnte für Themen, über die er reden wollte. Beim Sendegate erlebt er besonders zivile, konstruktive Feedback-Kultur (im Gegensatz zu Facebook). Sein erster eigener Filmpodcast startete mit ‘Mary Poppins’ – ein Thema, für das er und seine Mitstreiterin ‘Feuer und Flamme’ waren.
„Bei Sendegate habe ich wirklich das Gefühl, dass die Leute wissen, wie man sich auch noch mal ausdrücken kann."
Yvette Philippens (Ep 19)
Hat schon immer gerne Podcasts gehört, irgendwann triggerte sie die Technik im Hintergrund. Ihre ‘Reise’ begann 2019 klassisch mit Kursen – sie sog alles auf wie ein Schwamm. Glück: sie geriet an eine Mentorin mit Podcast-Agentur, die nach Unterstützung suchte. Das war ihr Sprungbrett – jemand zum Fragen löchern, durch den sie ganz viel gelernt hat.
„Das ist eigentlich so mein Start gewesen, wo ich halt jemanden an der Seite hatte, die ich halt auch mit Fragen löchern konnte."
Kai Rohde (Ep 20)
Während seiner Selbstständigkeit in der Immobilienfinanzierung merkte er, dass Zahlen ihn nie interessierten. Erlebte zufällig die Wirkung von Hypnose, machte eine Ausbildung ’nur für sich’ und beschloss am Ende: ‘Das ist meine Zukunft.’ Seit einem Jahr macht er das professionell – und damit auch Podcasts dazu.
„Mit jeder Klientin, jedem Klienten, mit dem ich zusammen arbeite, das macht mir so viel Freude."
Sascha Gottschalk (Ep 21)
Erste Berührung mit der eigenen Stimme schon als Kind mit dem Kassettenrekorder – nahm in den 80ern eigene ‘Radiosendungen’ auf und verlieh die Kopien in der Klasse. Vorbilder: NDR-2-Moderatoren wie Günter Fink und Peter Orban. Spät kam die Podcast-Idee, weil im normalen Umfeld niemand mit ihm in die Tiefe über den ESC (Eurovision Song Contest) reden wollte, im Land aber viele ‘genauso bescheuert drauf’ sind wie er. Back to the roots der Radio-Moderator-Träume.
„Es gibt ja so im ganzen Land so viel verteilte Leute, die genauso bescheuert drauf sind wie ich."
Christiane Attig (Ep 22)
Erster Berührungspunkt: ihr damaliger Freund hörte Podcasts zum Einschlafen – über ihn lernte sie Gaming-Podcasts (Plauschangriff) kennen. Suchte dann thematisch passender und fand ‘methodisch inkorrekt’ – ihren ersten ‘Vollabo’-Podcast. 2016/17 stieg sie ein, was zeitlich mit ihrem Uni-Start zusammenfiel. Filmpodcasts kamen über Nerdtalk dazu.
„Methodisch inkorrekt war das so der erste Podcast, wo ich das wirklich, wo ich jede Folge weggehört habe."
Heike Drexel (Ep 23)
Corona ist schuld: Im 2. Lockdown (Ende 2020/Anfang 2021) durch den Clubhouse-Hype entdeckte sie Audio-only-Gespräche. War fasziniert davon, wie intim und privat Leute auf Audioplattformen erzählen – sehr anders als im Fernsehen. Davon kam sie zu Podcasts. Schätzt das selbstbestimmte ‘Was und wann ich höre’ und ist daher gegen den Trend zu Flock-Casts (Video-Podcasts).
„Ich kann halt selber entscheiden, was und wann ich wo wie hören will."
Soenke Scharnhorst (Ep 25)
Bester Grund selbst zu podcasten: man findet ein Thema spannend, aber es gibt noch nichts dazu, oder man möchte eine andere Stimme zu einem Thema beisteuern. Podcast ist für ihn ein einseitiges Medium – und einen eigenen Podcast zu starten ist eine Form, Feedback zu geben.
„Ein Feedback, das man geben kann, ist einen eigenen Podcast zu machen."
Nella Rausch (Ep 26)
Kam über ihre Tochter zu Podcasts, die viel ‘Gemischtes Hack’ hörte. Sie hörte rein, fand das Format interessant und kombinierte das mit ihrer langjährigen Liebe zum Deutschlandfunk-Sprechfunk. Empfehlungen funktionieren über persönliche Beziehungen.
„Ich bin großer Deutschland-Funk-Fan und also gerade so Sprechanteile mag ich sehr gerne."
Christian Steiner (Ep 28)
Erster Schub 2007 ‘Republika-Spirit’ – alle haben irgendwas im Internet gemacht. Der bleibende Startschuss kam 2012 mit Filmpodcasts (Second Unit). Nutzte den Podcast als kreatives Gegengewicht zur Bachelorarbeit – tagsüber Arbeit schreiben, abends Podcast-Konzept ausarbeiten. Holte seinen Studienkollegen ins Boot, mit dem er sowieso nachts stundenlang über Filme diskutierte.
„Damit habe ich mich dann sozusagen motiviert, um am nächsten Tag dann wieder die Bachelorarbeit schreiben zu können."
Rebecca van der Meyden (Ep 29)
2006 begann sie wegen 2h täglichem Auto-Pendeln Podcasts zu hören. Schnell fand sie ‘Puerto Partida’ – einen Mitspiel-Rollenspiel-Podcast – und wurde Kandidatin und damit Teil der Insel-Community. Nach einem Auftritt beim Podstock-Festival fragten ‘Die Kulturpessimistinnen’ sie als Gast – aus dem Gastauftritt wurde feste Mitarbeit. Ihr erstes komplett selbstgemachtes Projekt war der Fanpodcast FCPP für Puerto Partida.
„Wenn man einmal angefangen hat, dann ergeben sich hier und da noch Gelegenheiten auch zu podcasten und man denkt plötzlich, ach, zu dem Thema würde ich auch gerne noch was machen."
